Kalksandstein Bausystem für Hospiz am Wasserturm

Herberge für die letzte Reise

Immer noch sind Sterben und Tod Tabuthemen. Dabei gehört es zum letzten Abschnitt unseres Lebens dazu, auch das Sterben will gelebt werden. Um das Sterben so angenehm wie möglich zu gestalten, stehen neben den Palliativstationen in Krankenhäusern und ambulanten Hospizdiensten auch relativ kleine stationäre Einrichtungen, Hospize genannt, all jenen Menschen offen, die unheilbar erkrankt und betreuungsbedürftig sind.

Fokus auf den Menschen

In einem Hospiz entscheiden die Sterbenden, wie sie ihre letzte Lebensphase gestalten wollen. Der Fokus der Betreuung liegt sowohl auf dem kranken Menschen als auch auf seinen Angehörigen, die ebenfalls leiden. Das interdisziplinäre Team eines Hospizes betreut die Betroffenen in den Bereichen Medizin, Seelsorge und Sozialarbeit, um möglichst auf alle Bedürfnisse in der Sterbebegleitung eingehen zu können. Nicht zuletzt lebt die Hospizversorgung auch von ehrenamtlichen Engagement. Freiwillige Helfer kaufen ein, kochen und reden mit den Bewohnern eines Hospizes. Auf diesem Weg bringen sie ein Stück Alltag in das Leben der Sterbenden. Da es in einem Hospiz nicht um Heilung, sondern um Schmerzminderung und die Verbesserung der Lebensqualität geht, spielt auch die Palliativmedizin eine wichtige Rolle. Elementar sind zudem die ständige Erreichbarkeit und die umfassende Betreuung des Patienten durch den Hospizdienst. Dazu gehört auch die Betreuung der Angehörigen nach dem Eintreten des Todesfalls.

Bildquelle: UNIKA/ Christoph Müller

Alle Zimmer haben einen direkten Zugang zu der angegliederten Terrasse.

In Deutschland gibt es laut Deutschem Hospiz- und Palliativ-Verband e.V. rund 1.500 ambulante Hospizdienste, 236 stationäre Hospize einschließlich der stationären Hospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, mehr als 300 Palliativstationen in Krankenhäusern (Stand 2016). Ein weiteres Hospiz ist in 2020 hinzugekommen.

Stiftung baut neues Hospiz

Initiator dieses Neubaus im hessischen Rodgau ist die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau. Die bereits 2014 von 24 Mitgliedern des Rotary Clubs Rodgau gegründete Stiftung hat zum Ziel, die Hospiz- und Palliativarbeit in der Region Offenbach zu fördern. Bis dato bestand im gesamten Landkreis Offenbach kein stationäres Hospiz. Gespräche mit verschiedenen karitativen Verbänden und ambulanten palliativen Pflegeeinrichtungen ergaben einen Bedarf von zehn Plätzen. Grund genug für die engagierten Mitglieder des RC Rodgau, zu handeln. Zu dem Stiftungskapital von 75.000 Euro kamen über die Jahre mehr als 1400 Einzelspenden hinzu, die das Stiftungskapital auf rd. 2,3 Millionen Euro ansteigen ließ. Eine Zuwendung in Höhe von 1 Million Euro erhielten die Rodgauer von der Werte-Stiftung in Frankfurt, sodass im Spätsommer 2018 der Bauantrag des Projektes „Neubau Hospiz am Wasserturm" zur Genehmigung eingereicht werden konnte. Entwurf und  Projektentwicklung übernahmen die Architekten der Rodgau-Planungs-Team GmbH.

Bildquelle: UNIKA/Christoph Müller

Die Einrichtung bietet 12 Zimmer für die Hospizgäste.

Klassisch mit Kalksandstein

Auf einem von der Stadt Rodgau zur Verfügung gestellten, rund ca. 4.000 m2 großen, ehemaligen Waldgrundstück „Am Wasserturm“ entstand eine eingeschossige Anlage mit 1.200 m2 Bruttogrundrissfläche und cirka 5.300 m3 umbauten Raum.
Das klassisch in Mauerwerksbau errichtete Hospiz ruht auf einem Platten- und Streifenfundament aus Stahlbeton in WU-Qualität. Außen- und Innenwände erstellte man massiv in Kalksandstein. Tragende Bauteile, wie Stützen, Unter- und Überzüge wurden in Stahlbeton realisiert. Der wesentliche Teil des Gebäudes findet seinen Abschluss in einem flach geneigten Pultdach mit einer Doppelstehfalzdeckung aus Aluminium. Alle weiteren Gebäudeteile verfügen über Flachdächer mit Kunststoff-Dachbahnen als Abdichtung. Analog der Dachdeckung befinden sich zwei unterschiedliche Fassadensysteme am Gebäude. Während der größere Teil der Fassadenflächen mit einem WDV-System und Klinkerriemchen ausgeführt wurde, erhielten die Restflächen einen klassischen Silikatoberputz auf dem WDVS.

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Für den Bau des "Hospiz am Wasserturm" lieferten die Rodgauer Baustoffwerke GmbH Co. KG als Zustiftung UNIKA Planelemente zur Erstellung der Innen- und Außenwände.

UNIKA Kalksandstein gestiftet

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Das leistungsstarke Kalksandstein-Bausystem trägt zu einem schnellen, effizienten und damit auch wirtschaftlichen Baufortschritt bei.

Für den Bau des "Hospiz am Wasserturm" lieferten die Rodgauer Baustoffwerke GmbH Co. KG als Zustiftung UNIKA Planelemente zur Erstellung der Innen- und Außenwände. Die passgenau für jede Wand des Objektes gefertigten Kalksandsteine bestehen aus den natürlichen Rohstoffen Sand, Kalk und Wasser und werden energieschonend mit Wasserdampf gehärtet. Das leistungsstarke Kalksandstein-Bausystem trägt schon allein aufgrund der Steingröße sowie der industriell vorgefertigten Schnittsteine zu einem schnellen, effizienten und damit auch wirtschaftlichen Baufortschritt bei.
Deshalb freuten sich die Verantwortlichen der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau neben der Materialspende für das Mauerwerk auch über die drei Wochen kürzere Bauzeit als ursprünglich geplant und kalkuliert. Ein für das Hospiz-Projekt schöner und hilfreicher Nebeneffekt. So wurden Zeit und Geld eingespart und die Ausführungsqualität konnte erhöht werden.

Behaglichkeit und Ruhe

Hinzu kommen die produktspezifischen Eigenschaften: So sorgt unter anderem die hohe Wärmespeicherfähigkeit von UNIKA Kalksandstein für ein behagliches Wohnraumklima. Denn dank der hohen Rohdichte des Mauerwerks von Außen- und Innenwänden werden Temperaturspitzen abgefedert. Aufgrund der viel größeren Speichermasse kommt es im Sommer in Gebäuden in Massivbauweise zu deutlich weniger unangenehmen Überhitzungen als in vergleichbaren Bauten aus leichteren Baustoffen. Die Räume heizen sich spürbar weniger auf. Außerdem sorgt die hohe Rohdichte für zuverlässigen Schallschutz auch über die Anforderungen der DIN 4109 hinaus. UNIKA Kalksandsteine sind bis Rohdichteklasse 2,2 erhältlich.

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Alle Zimmer und Bäder sind barrierefrei, zwei der Gästezimmer rollstuhlgerecht ausgestattet.

Ausreichend Raum für Betroffene

Die unter der Bauleitung des Architekten Matthias Bauer von der ABP Matthias Bauer GmbH aus Hanau fertig gestellte Einrichtung bietet 12 Zimmer für die Hospizgäste. Ein dreizehntes baugleiches Zimmer kann Angehörigen von Hospizgästen für eine eventuelle Übernachtung zur Verfügung gestellt werden. Alle Zimmer und Bäder sind barrierefrei, zwei der Gästezimmer rollstuhlgerecht ausgestattet. Außerdem haben alle Zimmer einen direkten Zugang zu der angegliederten Terrasse. Im zentralen Bereich steht den Hospizgästen und Angehörigen ein gemeinsamer Wohn- und Essbereich mit direkter Anbindung an die Küche zur Verfügung. Um die Kommunikation zwischen Personal, Hospizgästen und Angehörigen zu fördern, wurde die Küche zum Wohn- und Essbereich hin offen und wohnlich gestaltet. Ein Gruppen- und Seminarraum kann von den Mitarbeitern als Aufenthaltsraum genutzt werden. Als Rückzugsort für alle im Hospiz Anwesenden dient ein Raum der Stille.

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Ein Raum der Stille dient für alle im Hospiz Anwesenden als Rückzugsort.

Mission Leben als Betreiber

Stationäre Hospize sind baulich, organisatorisch und wirtschaftlich eigenständige Einrichtungen mit separatem Personal und Konzept. Für das Personal und ehrenamtliche Mitarbeiter stehen Büroräume, Funktions- und Arbeitsräume sowie Umkleide- und Sanitärbereiche in ausreichender Anzahl zur Verfügung. Das Hospiz am Wasserturm in Rodgau wird vom diakonischen und gemeinnützigen Unternehmen Mission Leben als Betreiber geführt.

Anhaltende Unterstützung

Mit der Fertigstellung und Übergabe des Bauwerkes ist die Arbeit der Hospiz Stiftung Rotary Rodgau nicht getan. Denn die Krankenkassen bezuschussen die Hospizversorgung nur zu einem Teil. Der Eigenanteil wird durch Spenden finanziert, denn auch im Hospiz am Wasserturm sind die Angebote für die Betroffenen kostenfrei. Neben der finanziellen und ehrenamtlichen Unterstützung wirbt die Stiftung auch für eine bessere Einbindung der Hospizarbeit in die Gesellschaft. „Wenn unser Motto ist, das Sterben ins Leben zurückzuholen, dann darf ein Hospiz nicht Ausgrenzung bedeuten“, erklärt der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Dr. Nikos Stergiou. Deshalb wird der Platz vor dem neuen Haus am Wasserturm auch zu einer Stätte der Begegnung umgestaltet.


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