Klimaneutralität braucht verlässliche Daten

„Wir müssen uns auf die Zukunft vorbereiten“

International mehren sich die Anstrengungen, um möglichst zügig Klimaneutralität zu erreichen. Aktuell nimmt Frankreich eine Vorreiterrolle ein und verschärft die Regelungen für Neubauten. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch im DACH-Raum Fensterhersteller und Fensterbauer verstärkt mit Ökobilanzen auseinandersetzen müssen“, ist Mario Kindler, Produktmanager bei SWISSPACER überzeugt. Dazu brauche es die richtige Datenbasis. Das Schweizer Unternehmen veröffentlichte vor kurzem Umweltproduktdeklarationen (EPDs) für seine Abstandhalter und die Wiener Sprosse. Sie liefern verlässliche Daten zu den umweltrelevanten Eigenschaften eines Produkts über dessen gesamten Lebenszyklus hinweg.

Frankreich macht es gerade vor: Die zum Jahresbeginn 2022 in Kraft getretene Wärmeschutzverordnung RE2020 für Neubauten stellt die Baubranche vor anspruchsvolle Herausforderungen: Bis 2030 sieht sie eine Reduzierung des gesamten CO2-Ausstosses um 40 Prozent gegenüber 1990 vor – und bis 2050 soll die Klimaneutralität bei Neubauten erreicht sein. Es geht nicht mehr nur um die thermische Leistungsfähigkeit, sondern um die Analyse des gesamten Gebäudelebenszyklus. Gebäudeverkleidungen, Bodenbeläge, Fenster – alle verbauten Teile eines Gebäudes haben erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt. Sei es in Sachen Energie bei der Herstellung, dem CO2-Ausstoß oder das Abfallaufkommen.

Bildquelle: SWISSPACER

SWISSPACER legt EPDs für seine Abstandhalter und die Wiener Sprosse vor

Grundlage der Verordnung ist das staatliche Label für nachhaltiges Bauen E+C-. Neben einer positiven Energiebilanz der Gebäude zielt es auch auf geringe CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus ab. Die Vorschriften definieren Höchstgrenzen für die CO2-Emissionen und den Energiebedarf, sowie Mindestanforderungen für den Wohnkomfort. Baumaterialien mit einer geringeren CO2-Bilanz und besseren Dämmeigenschaften dürften folglich weitaus bessere Marktchancen haben.

„Für diese Herausforderungen gilt es sich vorzubereiten, so dass unsere Kunden schnell die Daten zur Hand haben“, so Mario Kindler. Eine wichtige Grundlage für eine ökologische Gebäudebetrachtung sind die Umweltproduktdeklarationen EPD (Environmental Product Declaration). Sie sind von unabhängiger Seite geprüft und liefern transparente Informationen über die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenszyklus.

„Wir wissen, dass das Thema Ökobilanzierung in der Fensterbaubranche aktuell nur eine sehr kleine Rolle spielt“, sagt Kindler. „Das kann sich jedoch zügig ändern: Wenn andere Länder mit verschärften Regelungen nachziehen oder bei öffentlichen Beschaffungen mit EU-weiter Ausschreibung striktere Vorgaben gelten, hat das schnell Auswirkungen auf den Binnen- und den Exportmarkt“.  

Bildquelle: Martin Zeller

NEST ist das modulare Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa und der Eawag. Saint-Gobain Schweiz gehört zum Partnernetzwerk von NEST.  Die Abstandhalter SWISSPACER Ultimate wurden bei wiederverwendeten Gläsern als Rahmen in der Unit «Sprint» verbaut

Nachhaltigkeit im Fokus

Der Schweizer Hersteller von Premium Abstandhaltern hat eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie an den Start gebracht. Damit will er seine eigenen Prozesse detailliert beleuchten und Produkte verbessern. Zudem will er seine Kunden bei den kommenden Herausforderungen unterstützen „Zunächst haben wir unsere eigenen EPDs veröffentlicht. Derzeit sind wir mit verschiedenen Isolierglasherstellern in Kontakt, um gemeinsame Umweltproduktdeklarationen zu entwickeln und die Branche insgesamt voranzubringen. Dabei werden wir sicher von den Erfahrungen unseres französischen Mutterkonzerns Saint-Gobain profitieren können“ ist der Produktmanager überzeugt. Die Ergebnisse sollen der ganzen Branche nützen, denn langfristig werde der CO2-Fußabdruck genauso wichtig werden wie der U-Wert.

Geprüfte Daten für mehr Transparenz

Bildquelle: SWISSPACER

EPDs geben Informationen über die Umweltauswirkungen von Produkten während ihres gesamten Lebenszyklus. Die SWISSPACER EPDs berücksichtigen die „Produktstufe“. Diese Stufe umfasst wiederum drei Module: die Rohstoffversorgung (A1), den Transport (A2) und die Herstellung (A3).

EPDs nach ISO 14025 sind von unabhängiger Seite geprüft. Hersteller von Bauprodukten bieten mit EPDs verlässliche Unterstützung für Planer, Architekten und Bauherren: Sie sind unverzichtbare Daten, wenn für ein Gebäude ein Nachhaltigkeits­zertifikat – beispielsweise nach DGNB, BREEAM oder LEED – angestrebt wird.

Für die Warme Kante-Abstandhalter SWISSPACER Advance und SWISSPACER Ultimate sowie die Wiener Sprosse hat SWISSPACER alle relevanten Daten publiziert, die für eine nachhaltige Gebäudebewertung notwendig sind. Das Schweizer Unternehmen bietet hoch genaue Angaben für alle Breiten der Abstandhalter für Isoliergläser.

SWISSPACER ist am Forschungsprojekt NEST auf dem Empa-Campus im Schweizer Dübendorf beteiligt. Hier werden neue Technologien und Konzepte getestet und Erfahrungen gesammelt, um die Nachhaltigkeit im Baubereich weiter voranzubringen. Ein aktuelles Projekt untersucht die Rahmenbedingungen für kreislaufgerechtes Bauen – eine zentrale Grundlage, um ambitionierte CO2-Ziele zu erreichen. Ein effizienter Ansatz für das Schließen von Kreisläufen ist die Wiederverwendung von Materialien und ganzen Bauteilen. So wurde der SWISSPACER Ultimate bei wiederverwendeten Gläsern als Abstandhalterrahmen verbaut.


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