Entree in die Baumkronen

Ein Pavillon für den UNESCO Geopark Bad Iburg

Im Natur- und Geopark TERRA.vita – was sich mit „Lebenslauf der Erde“ übersetzen lässt – findet sich ein bedeutendes geologisches Erbe, weshalb das Areal im Teutoburger Wald das herausragende Qualitätsmerkmal „UNESCO Global Park“ erhielt. Hier ließ die Stadt Bad Iburg 2018 die Landesgartenschau Niedersachen ausrichten. Als Teil des Parks entstanden ein Baumwipfelpfad und ein Ausstellungspavillon. Beide Attraktionen sollten der Stadt über die Schau hinaus erhalten bleiben. Der Pavillon dient bis heute als Eingang zum Baumwipfelpfad, aber auch als Infozentrum des Geoparks. Der architektonische Entwurf sah ein Objekt im Landschaftsraum und gleichzeitig eine fließende Entwicklung von innen nach außen vor.

Konzept für Architektur und Landschaft

Bildquelle: Solarlux

Ein Ausstellungspavillon empfängt die Besucher des Baumwipfelpfades und leitet sie nach dem Durchqueren nach außen.

„Was mich am meisten begeistert, sind die fließenden Räume, die nachhaltige Bauweise und der Einsatz von Geothermie“, fasst Architektin Miriam Kopp den Anspruch an den Entwurf des Pavillons zusammen.

Für den Bauherren, die Landesgartenschau Bad Iburg, plante die Architektin einen organisch geformten Holzrahmenbau, unter Verwendung regionaltypischer Materialien. Bei seiner Konstruktion achtete sie besonders auf umwelt- und klimaschonende Aspekte. Außenwände wurden mit einer Schale aus Handformklinkern und einer vertikalen, hinterlüfteten Holzvorhangfassade versehen. Die Heiztechnik liefert nach zwei geothermischen Tiefenbohrungen eine Erdwärmepumpe.

Einen weiteren Fokus legten Miriam Kopp und Landschaftsarchitektin Elke von Hofen auf die räumliche Entwicklung zwischen Pavillon und Außenanlagen.

Im Pavillon stellt zunächst eine Ausstellung das Portrait des Natur- und Geoparks dar: Beim Durchqueren wird für seine Besucher ein erster Eindruck von 300 Millionen Jahren Erdgeschichte, die diese Region geprägt haben, erlebbar. Auch in seinen Außenanlagen nimmt der Pavillon einen deutlichen Bezug zur Natur- und Kulturlandschaft des Geoparks. Vom Inneren wird der Besucher zum sprudelnden Wasser – dem „Quell des Lebens“ – geleitet und schließlich bietet mit fast 600 Metern Länge in 30 Metern Höhe der Wipfelpfad reizvolle Ausblicke und informative Einblicke in die Erdgeschichte des Teutoburger Waldes.

Bildquelle: Solarlux

Die weite Öffnung der Glas-Faltwand ermöglicht den nahtlosen Übergang in den Geopark.

Fließender Übergang vom Exponat zur Natur

Um den technischen und räumlichen Anforderungen eines Eingangs und zugleich einer Ausstellung zu entsprechen, entwarf die Architektin einen Baukörper aus zwei Teilen:

Bildquelle: Solarlux

Die SL 70e von Solarlux lässt sich leicht beiseite falten.

Einer trichterförmigen Ausstellungsfläche und einer ellipsoiden Form, die den Kassenbereich und notwendige Nebenräume beherbergt. Der „Lebenslauf der Erde“ wurde auch baulich abgebildet: Die in der Breite und Höhe sich öffnende Form ermöglicht dem Besucher einen Ausblick in die umliegende Landschaft und lässt ihn von der Geschichte in die Gegenwart übergehen.

Bildquelle: Solarlux

Großzügige Glasfronten von zwei Metern fünfzig Höhe und vier Meter achtzig Breite öffnen den Pavillon zum Baumwipfelpfad.

Um die Innen- und Außenräume nahtlos ineinanderfließen zu lassen, entschied sich die Architektin für den Einsatz einer Glas-Faltwand von Solarlux. Das Besondere ist, dass sich die Glasfront einfach zur Seite falten lässt. So kann der Übergang zum Außenbereich und Baumwipfelpfad auf einer Breite von vier Meter achtzig geöffnet werden.

Stabile Leichtigkeit

Die Glas-Faltwand SL 70e wurde insbesondere für die hohen Ansprüche an Geschäftseingänge und öffentliche Eingänge entwickelt: Die Elemente können in einer Höhe bis zu drei Meter fünfzig realisiert werden. Zugleich garantieren die mitlaufenden Rollpfosten und die Verriegelung der Elemente mit 24 Millimeter Hub-Spezialgetriebe in die oberen und unteren Rahmenprofile eine hohe Stabilität. Trotz des Gewichtes der Glaselemente von bis zu 100 Kilo sichern langlebige Edelstahl-Laufwagen und –Schienen ein leichtes, leises Gleiten. Den ganzjährigen Besuch des Pavillons ermöglicht die Verglasung mit Wärmeschutzglas – sie erzielt den hervorragenden Ug-Wert von 1,1 W/m 2 K. Dank eingelassener Bodenschiene erfüllt die SL 70e zudem die Anforderung an eine barrierefreie, schwellenlose Raumöffnung zum TERRA.vita Geopark. Somit unterstreicht die Glas-Faltwand von Solarlux den Entwurfsgedanken der beiden Architektinnen.


 
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18.09.2020
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